Wer online oder auf Bestellung kauft, muss fast immer vorleisten: Der Händler will Geld, bevor die Ware da ist.
Rechnung
Rechnung ist für Kunden die sicherste Variante: erst Ware prüfen, dann zahlen. Händler bieten sie oft nur Stammkunden an, weil sie das Ausfallrisiko tragen. Häufiger Rechnungskauf kann den SCHUFA-Score belasten.
Überweisung
Überweisung lohnt sich nur bei bekannten, bewährten Shops. Die Bank holt das Geld nicht ohne Zustimmung des Empfängers zurück. Rechtlich bleibt der Anspruch auf Ware oder Leistung bestehen, durchsetzen muss man ihn selbst. Gegen Fakeshops empfiehlt sich, den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale.zu nutzen.
Lastschrift
Lastschrift ist deutlich kundenfreundlicher: Innerhalb von acht Wochen lässt sich der Betrag ohne Begründung zurückbuchen. Fehlt eine Einzugsermächtigung, sind es 13 Monate. Bei Kredit- und Debitkarte gibt es EU-weit das Chargeback-Verfahren für ungerechtfertigte Buchungen
PayPal, Amazon Pay und Klarna
PayPal, Amazon Pay und Klarna bieten einen gewissen Käuferschutz, wenn Ware nicht ankommt oder nicht stimmt. Bei PayPal gilt das nicht für die Einstellung „Freunde & Familie“. Gesetzliche Rechte gegenüber dem Händler gehen oft über diesen Käuferschutz hinaus.
Bei Möbeln, Küchen und Handwerkern ist eine Anzahlung üblich, bei Insolvenz des Betriebs aber riskant. Bei Pauschalreisen sind 20 Prozent Anzahlung zulässig, bis zu 40 Prozent nur, wenn der Veranstalter eigene Vorleistungen nachweist (BGH, Urteil vom 25. Juli 2017, Az. X ZR 71/16). Die Restzahlung darf 30 Tage vor Reisebeginn verlangt werden. Abgesichert sind Kunden durch den Sicherungsschein gegen Insolvenz des Veranstalters; eine Kreuzfahrt gilt rechtlich als Pauschalreise.
Bei Flügen ist der volle Preis bei Buchung üblich. Der BGH hat das bestätigt, kurz danach ging Air Berlin insolvent. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert, die Vorkasse bei Flug- und anderen Reisen abzuschaffen.
Beim Onlinekauf entscheidet die Zahlungsart maßgeblich darüber, wie gut Käufer bei Lieferproblemen, Betrug oder einer Insolvenz geschützt sind. Am sichersten ist der Kauf auf Rechnung; Vorkasse per Überweisung birgt dagegen das höchste Risiko.
Sicher bezahlen beim Onlinekauf
Anders als im Geschäft vor Ort müssen beim Online-Shopping meist Käufer oder Händler in Vorleistung gehen. Für Verbraucher ist daher entscheidend, eine Zahlungsart mit Rückhol- oder Käuferschutz zu wählen.
- Kauf auf Rechnung ist aus Kundensicht die sicherste Methode: Bezahlt wird erst nach Erhalt und Prüfung der Ware. Viele Händler bieten sie allerdings nur eingeschränkt oder Stammkunden an.
- Lastschrift bietet einen starken Schutz: Verbraucher können autorisierte Lastschriften innerhalb von acht Wochen ohne Begründung zurückbuchen. Bei nicht autorisierten Abbuchungen gelten deutlich längere Fristen.
- Kredit- und Debitkarten ermöglichen unter Umständen ein Chargeback. Damit lassen sich ungerechtfertigte Belastungen reklamieren, etwa wenn Ware nicht geliefert wird oder eine Erstattung ausbleibt.
- PayPal, Klarna, Amazon Pay und ähnliche Dienste bieten Käuferschutzverfahren. Bei PayPal gilt dieser jedoch nicht, wenn Geld über die Option „Freunde & Familie“ gesendet wurde.
- Überweisung und klassische Vorkasse sind am riskantesten: Ist das Geld überwiesen, kann die Bank es nicht einfach zurückholen. Diese Option sollte nur bei bekannten, vertrauenswürdigen Händlern genutzt werden.
Besondere Vorsicht ist bei teuren Anschaffungen wie Möbeln, Küchen oder Handwerkerleistungen angebracht. Anzahlungen sind dort zwar verbreitet, erhöhen aber das Risiko, wenn ein Unternehmen nicht liefert oder insolvent wird. Bei Pauschalreisen besteht hingegen ein zusätzlicher Schutz durch den Sicherungsschein; Flugbuchungen müssen meist vollständig im Voraus bezahlt werden und sind weniger umfassend abgesichert.